Silvester naht, was nun?

(von Sophie Tübbecke)
 
Die Zeit bis Silvester rückt nun immer näher. Für einige Hunde nichts besonderes, doch andere werden regelrecht zu Nervenbündeln.
Doch wie kann ich es meinem Hund erleichtern mit dem alljährlichen Silvesterstress umzugehen?
 
Hier sind einige Beispiele und Tipps, die die letzte Nacht des Jahres ein wenig entspannter machen können.
 
1. Das Geräuschtraining sollte bereits im Sommer beginnen.
Kleine Knallgeräusche kann man selbst oder durch Hilfspersonen immer wieder in den Alltag einbinden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Geräusche möglichst leise beginnen um den Hund nicht zu überfordern. Später steigert man die Anforderungen.
Bei jedem Knall sollte man stets gelassen reagieren um dem Hund zu zeigen, dass es sich um nichts bedrohliches handelt.
Idealerweise sorgt man zusätzlich für eine Belohnung des Hundes, die er mit dem Geräusch verbindet.
 
2. Allgemeine sinnvolle Maßnahmen für zu Hause
Damit der Hund nicht allzusehr gestresst wird, gibt es ein paar Kleinigkeiten, die dem Hund helfen:
- die großen Spaziergänge möglichst vormittags erledigen, ab Nachmittag nur kurz zum Lösen vor die Tür gehen
- einen geschützten Ort schaffen (z.B. Hundebox, die möglichst ein wenig abgedeckt ist)
- alle Fenster im Raum geschlossen halten
- Kauartikel bereit halten (intensives Kauen hilft Stress abzubauen)
 
3. Trost spenden
Auch wenn dies immer noch ein heiß diskutiertes Thema ist, kommt man doch zum Glück immer mehr von der Praxis ab, den Hund in seiner Angst gänzlich zu ignorieren. Man dachte früher, dass man nur so dafür sorgen könne, dass der Hund seine Angst verliert.
Doch wenn man einmal auf sein Bauchgefühl hört, merkt man schnell, dass dies nicht die ganze Wahrheit sein kann.
Wer käme denn beispielsweise auf den Gedanken ein verägnstigtes Kind zu ignorieren, statt zu trösten? Vertraut man nicht eher jemanden, der einem allein durch seine Anwesenheit oder Zuspruch Sicherheit gibt?
 
Deswegen sollte man sich nicht scheuen, seinem Hund Trost zu spenden. Ein positives Gefühl, kann keine Angst verstärken.
Wichtig ist nur zu wissen, was der Hund als Trost und Hilfe benötigt. Für den einen ist es ein stilles Hand auflegen, ein anderer möchte gestreichelt werden und der nächste liegt einfach nur gern in der Nähe ohne direkten Körperkontakt.
Wenn man weiß, was sein Tier in einer Stresssituation benötigt, kann man auch gezielt helfen.
Auf keinem Fall sollte man jedoch seine Nähe aufzwingen und den Hund streicheln, wenn er es eigentlich möchte, denn dies kann den Stress und die damit verbundene Silvesterangst durchaus verstärken.
 
4. Weitere Maßnahmen für mittelschwere Angst
 
Zusätzlich zu den vorangegangenen Maßnahmen:
- Arbeit mit konditionierter Entspannung (Wortsignal oder Geruch wird über einen gewissen Zeitraum mit entspannten Situationen  
  verknüpft, sodass später das Signal zum Auslöser für mehr Entspannungwird)
- Unterstützen mit pflanzlichen Mitteln oder beispielsweise Bachblüten
 
5. Zusätzlich zu den vorangegangenen Maßnahmen:
- Nutzen eines Thundershirts (die Enge des Thundershirts wirkt beruhigend auf das Nervensystem)
- medikamentöse Unterstützung nach Absprache mit dem Tierarzt
 
 
Wir wünschen allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen stressfreien Übergang ins neue Jahr!